Laura & Unsere Corona Ziele

21/05/2020

Meine Damen und Herren, wir leben noch! Faszinierend was diese Corona Zeit mit Menschen macht. In Woche eins haben wir noch Pläne geschmiedet. Wir wollten endlich die Sachen erledigen, die wir im Haus immer vor uns herschieben, wollten Stundenpläne machen, viel mehr Sport, uns gut ernähren, Inlineskates fahren lernen, wollen uns jeden Tag auf hübschen um ein bisschen Alltag zu haben (und dabei gut auszusehen) und wir wollten mit Yoga anfangen.

Es ist Woche 8 der Kontaktsperre. Der Morgen startete wie jede Woche der letzten sieben Wochen (in der ersten hatten wir ja noch Vorsätze) mit einem ausgedehnten Kaffee im Bett. Die beiden Jungs gucken Netflix und futtern Nutella Brötchen. Benno hat seins mittlerweile im Bett und auf seinem Gesicht verteilt. Ist mir egal, ich trinke meinen Kaffee. Der Hund jault. Ist mir egal, ich trinke meinen Kaffee. Hannes sucht seine Unterhose. Ist mir egal, ich trinke meinen Kaffee. Gegen neun Uhr bewegen sich alle aus dem Bett. Wir laufen vorbei an der extra gekauften und einmal benutzen Yoga Matte. Und ziehen uns an. Na ja, genau genommen wechseln wir die Unterwäsche und das T-shirt. Die Jogging Hose… ach die… kann an bleiben! Die Zahnbürste wird schnell über die Zähne gejagt, das Gesicht gewaschen! “Ich kenn Dich nicht, aber ich wasch Dich trotzdem” sind meine Gedanken, wenn ich mich morgens im Spiegel betrachte. Meine Augenbrauen sind fast zusammen gewachsen. Eine interessante Beobachtung, wenn man bedenkt, dass ich die vielen Haare, die da scheinbar Nährboden finden jahrelang nicht gesehen habe. Keine Sorge, sie sind mit der Beinbehaarung in guter Gesellschaft.

Es ist ungefähr 10:00 wenn wir in den Tag starten. Ich bin seit 8:00 mit dem Server meiner Schule verbunden und beantworte zwischen Nutella und haarigen Beinen einige Nachrichten meiner Schüler. Ab 10:00 klingelt mein Telefon und Hannes sollte mit dem Home Schooling beginnen. Geht aber leider nicht, denn Mama hat das Jugendamt am Telefon. Deshalb läuft jetzt wieder Netflix und Hannes und Benno sitzen auf dem Wohnzimmer Sofa. Gemeinsam mit unserem Hundewelpen, der genüsslich an meinem Flip Flop kaut. Schreien kann ich ja nicht, ich habe das Jugendamt am Telefon. Nach ca. 10 Minuten brüllt Benno lauthals er habe Aa gemacht. Stolz präsentiert er mir seinen prallen Hintern und gibt nicht auf, die freudige Nachricht immer und immer wieder zu verkündigen. Ich kann mich bei meinem Gesprächspartner am Telefon nur sehr verschämt entschuldigen.

Nach dem das Telefonat beendet wurde muss Hannes wirklich an seine Schulaufgaben. Die macht er neben mir im Wohnzimmer mit Baustellen Kopfhören auf den Ohren – bis wieder mein Telefon klingelt. Das Telefonat mit einem Kollegen beinhaltet diesmal nicht mal mehr ganze Sätze. “Entschuldige mich kurz”… “Hannes hör auf Benno zu ärgern und Benno setz Dich endlich hin!” Solche und ähnliche Sätze vermitteln meine unglaubliche Elternkompetenz, während ich meinem Kollegen hilfreiche Tipps zur Erziehung der Kinder gebe. Irgendwann ist es Zeit fürs Mittagessen. Was gibt es noch mal? Zwischen Bergen an Geschirr versuche ich die Reste der Pizza von gestern zu finden. Ah! Da ist sie! “Kinder, heute gibt es Chips!”

Im Ernst und Hand aufs Herz! So, oder so ähnlich sahen unsere vergangenen sieben Wochen aus. Nichts mit Sport, nichts mit guter Ernährung. Während ich das hier schreibe schiebe ich mir eine Schokolinse nach der nächsten in den Mund und habe vier Kaffee getrunken. Richtig zu arbeiten beginne ich erst um 17 Uhr, wenn Marius von der Arbeit kommt. Hin und wieder brauche ich dann Auszeiten, Lichtblicke und Zeit in denen meine Kinder WEIT weg sind. So wie das Shooting mit Laura. Eine tolle, liebevolle und wunderbare Frau. Sie hat einen großartigen Instagram Account. Schaut mal hier.

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