Die Geschichte unserer Hytte

01/09/2020

Erinnert ihr Euch noch an unsere “Gute Stube”? Unser erstes, kleines Fotostudio in einer alten Villa im Herzen von Münster? Es war ein wunderbarer Raum, den wir hauptsächlich für die Baby Fotografie genutzt hatten. Als ich mit Benno schwanger wurde und eine neue Wohnung bezog, an die sich ein großzügiger Studio Raum angliederte, haben wir unsere “Gute Stube” aufgegeben. Anne und ich haben ihr dennoch immer nachgetrauert. Es ist eben doch etwas anderes, ob man in sein Auto steigt und zu seinem Arbeitsplatz fährt, oder ob man von zu Hause (mit Kindern im Hintergrund) arbeitet. Ich musste feststellen das Model Home Office ist definitiv nicht so produktiv für mich. Also haben wir wieder angefangen zu suchen. Zwei Jahre lang, haben wir uns immer wieder Immobilien angeschaut. Das wir konkrete Vorstellungen und große Ansprüche hatten, machte es nicht leichter und die Locations passten einfach nicht in unser Einblick Konzept. Wir haben fast nicht mehr daran geglaubt irgendwann ein schönes Tageslichtstudio zu finden.

Anfang des Jahres haben Anne und ich dann eine wirklich schöne Location gefunden und waren nach dem ersten Anschauen hin und weg. Mittlerweile hatten wir uns auch mit Judith kurzgeschlossen, die suchte in erster Linie einen Lagerplatz für ihre wundervollen Lettering Journals. Da der Raum groß genug war, erschien es uns als eine großartige Idee ihn mit ihr gemeinsam zu nutzen.

Mein großer Traum war es schon immer, eine Art Kreativ Agentur zu gründen, in der verschiedene, kreative Professionen arbeiten und voneinander profitieren, ohne in Konkurrenz zu stehen. Das alles schien in dieser Location machbar. Und dann kam Corona! Keiner von uns traute sich zu in der derzeitigen Situation eine finanzielle Investition einzugehen, also haben wir schweren Herzens abgesagt.

Vielleicht war es Schicksal. Ich hatte Parallel zu der o.g. Location bei Ebay Kleinanzeigen auch unsere Hytte entdeckt. Sie sah da aber tatsächlich gar nicht so ansprechend aus, da sie offensichtlich handwerklich genutzt wurde. Die Vorstellung da ein schönes Tageslichtstudio rauszumachen, erschien mir den Fotos nach zu urteilen erstmal so möglich, außerdem hatten wir auch keine Rückmeldung erhalten. Bis vor ein paar Monaten. Anne machte kurzer Hand einen Besichtigungstermin aus und so trafen sich Judith, Anne und ich mit unseren Vermietern am Buldernweg.

Was soll ich sagen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das Licht war und ist der Wahnsinn. Große Regale standen im Werkstattraum, ideal als Lagerraum für Judith. Diese Location wollten wir haben. Corona hin oder her. Sowas finden wir nie wieder, das war uns allen klar. Also haben wir tagelang gerechnet, juristischen Rat gesucht, Verträge geschrieben und auch noch einen tollen Mieter für den vierten, etwas abgelegenen Raum gefunden. Ich war ganz schön nervös, als ich den Vertrag unterschrieben hatte. Aber es war jede schlaflose Nacht wert. Jetzt gerade sitze ich hier, mit Anne in der Hytte und arbeite. Ohne Kindergeschrei, ohne Ablenkung – gemütlich in unser kleinen Kreativ WG.

Den Teil, den ihr auf den Bildern seht, das ist sie unsere Werkstatt, bestehend aus zwei Shooting Räumen (ein dritter Bereich kommt bald dazu), einem großen Workshop Bereich, in dem Judith bald Workshops zum Handlettern anbietet, zwischen Stiften und toll bedruckten Papieren. Ich liebe es hier Bilder zu bearbeiten und Emails zu schreiben, während Journals verpackt werden, oder einfach Kaffee getrunken wird. Ein Platz in dem man zusammen kommt um seine Leidenschaft zu teilen und vor allem eins zu tun: granatenstarke Fotos zu machen (hab ich schon, zeige ich Euch bald).













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